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Einen Blick hinter die Kulissen der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und die Parlamentsarbeit haben jetzt zehn Mädchen beim diesjährigen Girls' Day geworfen. Für die 13- bis 15-Jährigen stand u.a. ein informativer Besuch der Bremischen Bürgerschaft auf dem Programm. Zudem durften die Schülerinnen an einer gemeinsamen Rathausführung mit dem Fotografen David Rubinger teilnehmen, dessen Foto von drei israelischen Soldaten kurz nach der Einnahme der Klagemauer 1967 ein Klassiker der Pressefotografie ist. Nicht zuletzt betätigten sich die Mädchen in lebhaften Diskussionsrunden mit Abgeordneten der Grünen als Politikberaterinnen.

So sprachen sich die Schülerinnen in einer Gesprächsrunde mit den Abgeordneten Zahra Mohammadzadeh und Hermann Kuhn für die lnitiative der Grünen aus, das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre zu senken. Das könne das Interesse von jungen Menschen an Politik erhöhen. Außerdem müssten Parteien dadurch die Jugendlichen und ihre Belange stärker berücksichtigen. "Jugendliche informieren sich mehr, wenn sie selbst wählen dürfen. Vielleicht denkt die Politik dann auch mehr an die Jugendlichen, wenn die Wähler werden", meinte Marie Hewelt. Anklang fand bei den Mädchen auch das Bestreben der Grünen, dass künftig alle SchülerInnen unterschiedlicher Glaubensrichtungen gemeinsam über Religionen unterrichtet werden sollen. "Alle Schüler zusammen sollten über verschiedene Religionen reden, damit keine Konflikte entstehen", betonte Zarah Rademacher.
Auseinander gingen die Meinungen indes bei der Frage, ob Mädchen und Jungen beispielweise in Naturwissenschaften getrennt unterrichtet werden sollen. BefürworterInnen versprechen sich davon, dass Mädchen sich in naturwissenschaftlichen Fächern ohne Jungen mehr zutrauen würden. Andere wiederum sind der Ansicht, dass Mädchen sich durchaus etwas zutrauen und durchzusetzen wissen. Sie plädierten stattdessen für kleinere Klassen und versprechen sich davon weniger Unterrichtsstörungen und mehr Konzentration.
Bei der Abschlussdiskussion mit Doris Hoch, frauenpolitische Sprecherin der Grünen, standen Berufswünsche und oft schlecht bezahlte 'Frauenberufe' im Vordergrund. Klar wurde dabei: Für einige Mädchen steht nicht so sehr das Geld als vielmehr der Sinn einer Tätigkeit im Mittelpunkt. Alle wollen indes ihr eigenes Geld verdienen, um unabhängig zu sein.