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Eltern wollen ihre Kinder optimal auf das eigenständige Leben vorbereiten. Mütter und Väter mit Migrationshintergrund müssen dabei jedoch so manche Hürde überwinden. Für sie hat der Deutsche Volkshochschulverband das Modellprojekt 'Elternkompass' aufgelegt. Bremen ist einer von bundesweit fünf Modellstandorten. Die Bremer Volkshochschule unterstützt in der Vahr und Neustadt zugewanderte Eltern gezielt mit Kursen zu Fragen rund um Bildung, Gesundheit und Mediennutzung. Die kostenlosen Kurse stärken ihre Erziehungskompetenz. Nicht zuletzt soll das Projekt die Integration der Familien erleichtern.
"Dieses Projekt ist vorbildlich. Es hilft den Eltern bei den Themen, die im Alltag wichtig sind. Sie können dadurch ihre Verantwortung besser wahrnehmen. Davon profitieren ihre Kinder", betont Mustafa Öztürk. Der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Grünen hat sich nun zusammen mit der migrationspolitischen Sprecherin Zahra Mohammadzadeh im Bürgerzentrum Vahr über das Elternkompass-Projekt informiert.
Das Projekt bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Eltern mit Migrationshintergrund erfahren dort beispielsweise, wie sie die U-Untersuchungen für ihre Kinder wahrnehmen können, welche Impfungen wichtig sind und welchen Stellenwert die gesunde Ernährung für ihren Nachwuchs hat. Die Projekt-MitarbeiterInnen begleiten und unterstützen die TeilnehmerInnen auch bei Elternabenden in der Kita oder Schule. Eine Besonderheit beim 'Elternkompass' ist, dass mehrsprachige FachreferentInnen die Kurse leiten. Die Kurse werden zwar auf Deutsch gegeben, aber bei Verständnisschwierigkeiten oder sensiblen Themen können die ReferentInnen auf die Muttersprache der zugewanderten Eltern zurückgreifen. In der Vahr sind das vor allem Türkisch und Russisch.
"Das Projekt baut Barrieren ab und erleichtert den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen. Mit diesem zielgruppengenauen und niedrigschwelligem Angebot wird Familien mit Migrationshintergrund mehr Teilhabe ermöglicht. Es trägt mit dazu bei, dass MigrantInnen sich in die Gesellschaft einbringen", betont Zahra Mohammadzadeh. Die migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Grünen lobt insbesondere, dass sich die TeilnehmerInnen nach der Beendigung ihres Kurses in einem zweiten Schritt zu Elternpaten weiterbilden können. Sie sollen dann selbst andere Familien mit Migrationshintergrund unterstützen – als VermittlerInnen zwischen Elternhaus, Kindergärten, Schulen, Behörden, Beratungsstellen und nicht zuletzt der Kulturen.
Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Grünen: Bislang nehmen kaum Männer mit Migrationshintergrund an den Kursen teil. "Die Väter müssen mehr einbezogen werden. Schließlich haben sie für die Kinder auch eine wichtige Vorbildfunktion", so Zahra Mohammdzadeh.