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Die Bagger heben tonnenweise Boden aus, an den Spundwänden sprühen die Funken vom Schweißen: Ein Jahr nach dem Beginn der Bauarbeiten zeichnen sich die Konturen der neuen Kaiserschleuse in Bremerhaven ab. Über den Fortschritt auf der Großbaustelle haben sich nun die Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und Stadtverordneten-Fraktionschef Ulf Eversberg bei einem Rundgang informiert. Danach haben die Grünen ihre Fraktionssitzung im Alten Kraftwerk auf dem Baustellen-Gelände abgehalten.

Die neue Schleuse, die 2010 den Betrieb aufnehmen soll, ist in diesem Jahrzehnt neben dem Container-Terminal 4 das größte Investitionsprojekt in den Bremischen Häfen. Über 230 Millionen Euro kostet das Bauwerk, mit dem der größte Umschlaghafen für Automobile von und nach Übersee zukunftsfähig gemacht wird. Allein in diesem Jahr werden in Bremerhaven knapp zwei Millionen Fahrzeuge umgeschlagen – Tendenz in den kommenden Jahren noch steigend. "Die Werke der Hersteller in Stuttgart und München sind auf diesen Hafen angewiesen. Wäre er nicht leistungsfähig, müsste nach rund fünf Tagen die Produktion in den deutschen Automobilwerken heruntergefahren werden", erläuterte Bremenports-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering.
Bislang sind die Schleusenkapazitäten für die Anforderungen des Marktes jedoch unzureichend. Für den Großteil der Autoschiffe steht mit der Nordschleuse nur eine leistungsfähige Hafenzufahrt zur Verfügung, die alte Kaiserschleuse war für die meisten Transporter zu klein. Sollte die Nordschleuse mal wegen technischer Probleme ausfallen, könnten die bis zu 240 Meter langen Autocarrier nicht mehr ein- und auslaufen. Um diesen Ernstfall mit negativen Folgen für den Standort zu vermeiden, schafft Bremen mit der neuen Kaiserschleuse für die Reeder und Produzenten die benötigte Planungssicherheit.

Mit einer Kammerlänge von 305 Metern, einer Durchfahrtsbreite von 55 Metern und einer Drempeltiefe von 13 Metern ist das Bauwerk selbst für die Mega-Schiffe gewappnet. Auch die Lloyd Werft profitiert von der Investition, sollte sie irgendwann im Kaiserhafen III doch noch das beabsichtigte, 400 Meter lange Trockendock bauen lassen. Die neue Schleuse ist ein Garant dafür, dass dieses Dock von den größten Schiffen der Welt angesteuert werden kann.
"Mit dem Neubau der Kaiserschleuse setzen wir alles daran, dass Bremerhavens Position als führende Automobil-Drehscheibe auch in Zukunft gesichert bleibt. Diese Investition dient zugleich dem Erhalt von Arbeitsplätzen im Hafen", so Fraktionsvorsitzender Matthias Güldner.