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"Für Unfälle auf See und die Bekämpfung der Meeresverschmutzung ist das Havariekommando gut gerüstet. Die Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte hat mich überzeugt. Besonders beeindruckend war die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit der beteiligten Spezialkräfte", so Frank Willmann, hafen- und schifffahrtspolitischer Sprecher der Grünen, nach einer Übung des Havariekommandos auf der Nordsee. Das Havariekommando hat seinen Sitz in Cuxhaven und ist eine Einrichtung des Bundes und der Küstenländer. Seit 2003 gewährleistet es Unfallmanagement auf Nord- und Ostsee.
Für die Übung in Höhe der Mellum Plate wurde die Kollision von zwei Schiffen simuliert. Das Szenario: Beim angenommenen Zusammenstoß wurden die Treibstofftanks beschädigt, sodass sich ein großer und mehrere kleine Ölteppiche auf der Wasseroberfläche verteilten. Unter der Leitung des Havariekommandos haben Einsatzkräfte der in Bremerhaven stationierten Spezialschiffe 'Luneplate' und 'Westensee' sowie die 'Thor' und 'Knechtsand' aus Wilhelmshaven gemeinsam die rasche Ölbekämpfung trainiert. Begleitet wurden sie vom Küstenwachschiff 'Mellum'. Ziel der Übung war, eine Ölsperre zu errichten und das fiktive Öl aufzunehmen.

Der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Frank Willmann, der die 'Westensee' mit den Schleppern 'Wolf' und 'Bugsier 14' begleitet hat, war von den technischen Lösungen beeindruckt. Die 'Westensee' wird auch als schwimmender Öldeich bezeichnet. Der Katamaran hat keinen eigenen Antrieb, sondern wird von einem Schiff durch das auf der Wasseroberfläche schwimmende Öl geschoben. Durch den Staudruck an der 15 Meter breiten Rampe zwischen den beiden Rumpfteilen strömt das Öl in den Ölsumpf. Von dort aus wird es über mehrere Schwallbleche in die Tanks geführt, deren Kapazität insgesamt 1960 Kubikmeter beträgt. Eigner der 'Westensee' ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven, bereedert wird sie von der Bugsier Reederei- und Bergungsgesellschaft. Die vom Havariekommando eingesetzte 'Westensee' kann im Rahmen von internationalen Vereinbarungen im Notfall auch von anderen Staaten angefordert werden.
Beim Durchspielen des Ernstfalls legten die Spezialschiffe zunächst eine Ölbarriere. Die soll verhindern, dass der Ölteppich sich weiter ausbreitet. Dafür wird die Barriere in U-Form gezogen, um so das Öl einzukreisen. 'Luneplate' und 'Knechtsand' nehmen das Öl schließlich mittels Saugvorrichtungen an der Backbord- und Steuerbordseite auf. Die 'Thor' klappt im Betrieb indes ihren Bug v-förmig auf, um das Öl aufzunehmen.

"Ich habe angesichts des guten Zusammenspiels der Einsatzkräfte den Eindruck gewonnen, dass wir bei der Unfall- und Ölbekämpfung mit dem Havariekommando gut aufgestellt sind. Die Spezialisten leisten einen wichtigen Beitrag, damit unsere Küsten nicht verschmutzt werden und Vögel sowie Fische nicht verenden. Als Beobachter der Übung habe ich einen guten Einblick in die Vorgehensweise erhalten. Ich danke besonders der Besatzung des Schleppers 'Wolf' und Kapitän Stehr für die freundliche Aufnahme an Bord und kann die Erbsensuppe sowie den Kaffee an Bord allen weiteren Übungsbeobachtern nur empfehlen", so der hafen- und schifffahrtspolitische Sprecher von Bündnis 90/DIE GRÜNEN.