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Bremerhaven

Bremerhaven ist eine lebenswerte Stadt mit vielen Stärken. Der begonnene wirtschaftliche Strukturwandel ist in der Stadt deutlich zu erkennen. So zum Beispiel an der Entstehung des Clusters Offshore-Windenergie, den Wissenschaftseinrichtungen, dem Tourismus und den Veränderungen in den Häfen. Gleichwohl sind die strukturellen Probleme wie verfestigte Arbeitslosigkeit und das Wegbrechen von traditionellen Industrien noch längst nicht überwunden. Die Grünen wollen den Strukturwandel in der Seestadt weiter vorantreiben.

Bremerhaven [Quelle: © Dieter-Kalina-bredika / PIXELIO]

  
Bremerhaven soll zum europaweit führenden Offshore-Zentrum werden. Das nützt dem Klimaschutz und schafft zukunftsfähige Arbeit. Auf dem Weg zum Top-Standort für Windkraft erhält Bremerhaven kräftig Rückenwind: Die Seestadt bekommt einen Basis-Hafen zum Transport von Windkraftanlagen auf hoher See. Das rund 240 Millionen Euro teure Offshore-Terminal soll bis 2014 im Blexer Bogen nahe dem Flughafen Luneort als privates Invest entstehen. Dieser Standort bringt Ökologie und Ökonomie am besten unter einen Hut. Zwischen 140 und 150 Anlagen können jährlich über den Basishafen verschifft werden. Die Transportwege zwischen den Herstellern am Labradorhafen zum neuen Offshore-Hafen sind kurz. Lange Unnötige Schwerlastverkehre werden so vermieden. Ansässige Unternehmen und Forschungseinrichtungen müssen nicht umgesiedelt werden. Zugleich bleibt damit die Luneplate mit ihrem rund 1000 Hektar großen EU-Vogelschutzgebiet verschont. Die Luneplate wird bis auf die Teile, die für die Gewerbeansiedlung vorgesehen sind, als nationales Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) ist ein weiteres Plus auf dem Weg der Seestadt zum Windkraft-Zentrum. Ebenso wie das Offshore-Trainingszentrum, in dem MitarbeiterInnen der Branche für ihren Einsatz auf hoher See geschult werden.

Wir wollen die maritime Forschungs- und Entwicklungsmeile im Fischereihafen weiterentwickeln. Die Wasserflächen mit Kajen und Docks sollen zu einem Wissenschaftshafen werden. Mit Mitteln des Landes und der EU erfolgt der Ausbau des Centers für Windenergie und Meerestechnik (CWMT). Zudem flankieren wir den Aufbau des Instituts für Marine Ressourcen (IMARE), das in Zusammenarbeit mit dem AWI und der Hochschule Bremerhaven technologische Anwendungen entwickelt und gemeinsam mit Unternehmen in Produkte umsetzen soll.

Bremerhaven ist durch das AWI als Standort der Polar- und Klimaforschung international angesehen. Wir unterstützen die Forderung des Wissenschaftsrates, ein europäisches Polarforschungs- und ein Küstenforschungsprogramm aufzulegen: das AWI soll dabei eine wichtige Rolle einnehmen.

Mit dem Klimawandel geht der Anstieg des Meeresspiegels einher. Um die Menschen in Bremerhaven und Bremen vor zunehmenden Sturmfluten und Hochwasser zu schützen, investieren wir erheblich in den Küstenschutz. In die Erhöhung der Deiche müssen in den nächsten Jahren rund 130 Millionen Euro investiert werden, um mehr Sicherheit zu schaffen. Wir werden in Bremerhaven den Weserdeich und im Anschluss den Seedeich erhöhen.

Zugleich gilt es, den Forschungsstandort Bremerhaven mit maritimem Profil weiter auszubauen und die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu optimieren. Bremerhaven hat gute Voraussetzungen, um zum Kompetenzzentrum Meereswirtschaft zu werden.

Die nachhaltigen Ansätze der bedeutenden Bremerhavener Fischereiwirtschaft, die über die bisherige EU- Fischereipolitik hinausreichen, unterstützen wir. Denn klar ist, dass nur die nachhaltige Fischerei die Bestände bewahrt und damit Arbeitsplätze sichert. Unser Ziel ist, über Selbstverpflichtungen eine vollständige MSC-Zertifizierung der Bremerhavener Fischprodukte zu erreichen. Mit dem neuen Zentrum für Aquakulturforschung ist in der Seestadt eine vorbildliche Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Fischereiwirtschaft entstanden. Mit der nachhaltigen Fischzucht-Erforschung erhält der Standort ein Alleinstellungsmerkmal. Das Zentrum für Aquakulturforschung soll als Keimzelle dienen, um Bremerhaven zum Forschungsstandort der Aquakultur zu entwickeln.

Die Häfen sind weiterhin ein herausragender Arbeitsgeber in Bremerhaven. Wir setzen uns dafür ein, dass die Seestadt auch künftig als Hafenstandort gut aufgestellt bleibt. Dazu gehört neben einer leistungsfähigen Infrastruktur die verbesserte Hinterlandanbindung der Seehäfen. Ein Ausbau der Bahnstrecken muss dabei vor dem Ausbau von straßengebundenen Verkehren stehen, um der nationalen Bedeutung der Seehäfen und dem auf lange Sicht wachsenden Güterverkehrsaufkommen gerecht zu werden. Der Norden übernimmt schließlich den Containerumschlag für den Rest der Republik. Allerdings darf der Ausbau des Schienengüterverkehrs nicht zu Lasten des Personenverkehrs gehen. Zugleich gilt es, den Lärmschutz für die AnwohnerInnen der Bahnstrecke sicherzustellen.

Bremerhaven bietet für BesucherInnen eine Vielzahl attraktiver touristischer Angebote an. Das Auswandererhaus, das Klimahaus, aber auch das Dt. Schifffahrtsmuseum und viele maritime Großveranstaltungen ziehen viele Menschen aus der Region und weit darüber hinaus an. Diese begonnene touristische Entwicklung wollen wir stärken. Auch in dieser Hinsicht setzen wir uns für eine bessere Bahnanbindung der Seestadt ein. Bremerhaven muss endlich wieder an das Fernverkehrsnetz der Bahn angebunden werden.