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Bremen ist erneuerbar: Die Grünen stehen für einen schonenden Umgang mit Bremens Flächenressourcen. Für uns gilt die Devise: Innenverdichtung und Brachenrecycling statt Flächenfraß am Stadtrand. Sanierung, Umbau, Ergänzung, Zwischen- und Nachnutzung im Bestand müssen Schwerpunkte der Stadtentwicklung sein. Energieeffizienz berücksichtigen die Grünen schon bei der Bauleitplanung. Mit der Wohnraumförderung unterstützen wir gezielt ökologische und soziale Projekte.

Bei der Entwicklung und dem Umbau Bremens zu einer dynamischen, sozialen und kreativen Metropole setzen wir uns dafür ein, in Planungs- und Bauvorhaben die BürgerInnen frühzeitig zu beteiligen. Neue Beteiligungsformate wie etwa bei der Entwicklung des neuen Hulsberg-Quartiers auf dem Areal des Klinikums Bremen-Mitte als neues urbanes Quartier sollen entwickelt und zum grundsätzlichen Bestandteil des planerischen Handelns werden. Besondere Anstrengungen gelten den benachteiligten Stadtteilen: Ankoppeln statt abkoppeln lautet das Credo. Die gewachsenen Stadtquartiere müssen ebenso aufgewertet werden wie die Innenstadt. In den kommenden Jahren gilt unser besonderes Augenmerk hier dem Bremer Westen, Huckelriede und Bremen-Nord. Das Innenstadtkonzept schließt nicht die Altstadt, sondern auch die Bahnhofsvorstadt, das Stephani-Quartier und die Neustadt ein. Wichtig sind auch die Verknüpfungen in den Bremer Westen und in die Überseestadt, deren wirtschaftliche, soziale, kulturelle und ökologische Dimensionen noch konsequenter herausgearbeitet werden müssen. Dazu soll unter Beteiligung aller Ressorts, der Ortspolitik und sozialer, bildungspolitischer, kultureller und wirtschaftlicher Akteurinnen und Akteure bis zum Frühjahr 2012 ein Handlungskonzept erstellt und durch eine Entwicklungsagentur West koordiniert werden. In Bremen-Nord soll das Bremer Wollkämmerei-Gelände wieder belebt und zum Stadtteil ebenso wie zur Weser hin geöffnet ein wichtiges Element der „Stadt am Fluss“ werden, das gewerbliche und industrielle Nutzungen mit den umgebenden Wohnlagen verträglich verbindet. Mit einem neuen Uferweg soll sich das Gelände zur Weser, entlang der historischen Gebäude zum Ortskern öffnen.
Der demographische Wandel mit einer alternden Gesellschaft hat ebenso wie die Differenzierung der Lebensstile gravierende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt, die Stadtgestaltung und das Stadtleben. Der klassische Familienhaushalt verliert seine dominierende Rolle. Ein- und Zweipersonenhaushalte werden immer gefragter. Alte Menschen benötigen barrierefreie Angebote. Zunehmend wird Mehrgenerationen-Wohnen gewünscht, jüngere Menschen wollen verstärkt Arbeit und Wohnen verbinden. Junge Familien entscheiden sich wieder für zentral gelegene Wohnungen oder Hausgemeinschaften. Bremen braucht für die unterschiedlichen Nutzergruppen einen zeitgemäßen Mix attraktiver, urbaner Wohnstandorte. Dabei gilt es auch, für benachteiligte Menschen bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten. Wir wollen Baugruppen, die barrierefrei, sozial wirksam und ökologisch bauen wollen, verstärkt die Möglichkeit eröffnen, Grundstücke im Festpreisverfahren zu erwerben.
Am Klinikum Bremen-Mitte, auf dem ehemaligen Gestra-Gelände in Findorff und auf dem Areal der Scharnhorst-Kaserne in Huckelriede wird neuer Wohnraum geschaffen. Ferner halten wir die Umwandlung von Teilen des Büroparks Oberneuland für Wohnungen für sinnvoll. Auch die Innenstadt und die Überseestadt sollen durch ein ausgeweitetes Wohnangebot lebendiger werden. Wir wollen die Umnutzung innenstadtnaher Büro- und Gewerbeflächen für Wohnbebauung prüfen. So stellen wir sicher, dass bezahlbarer und hochwertiger Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen angeboten wird.
Die Grünen setzen auf die Verdichtung bestehender Quartiere. Das schont die Umwelt und kommt der Nachfrage entgegen. Attraktive Lagen am Fluss, das citynahe Stephaniquartier und die Überseestadt müssen ebenso genutzt werden wie das Potenzial von Baulücken und Brachflächen in den Stadtteilen. Das Baulückenprogramm führen wir fort.
Wenn sich Armut verfestigt und in bestimmten Quartieren ballt, birgt das erhebliche Risiken für die gesamte Stadt. Eine zentrale Aufgabe ist es daher, der sozialen Spaltung der Stadt entgegenzuwirken. Dafür sind die Förderprogramme „Wohnen in Nachbarschaften (WiN)“ und „Soziale Stadt“ unverzichtbar. In der Stadtentwicklung berücksichtigen wir die Bedarfe und Interessen mittelständischer, kleiner und kleinster Unternehmen und Existenzgründer sowie bildungspolitische und kulturelle Anliegen. Damit die Stadtteilzentren im Wettbewerb der Standorte konkurrenzfähig bleiben, wollen wir ihre Stärken besser zum Tragen bringen und sie von der Umgestaltung des öffentlichen Raumes über Zwischennutzungskonzepte bis zum Aufbau von Standortgemeinschaften aufwerten.
Die Grünen machen sich dafür stark, dass in benachteiligten Stadtteilen eine aktivierende Beschäftigungs- und Beteiligungspolitik aufgebaut und soziale sowie integrative Angebote ausgebaut werden. Wir wollen die Eigeninitiative der Menschen stärken und sie ermutigen, Verantwortung für ihren Stadtteil zu übernehmen.
Einen weiteren Schwerpunkt legen wir darauf, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen. Dabei gilt es, den Handel mit baulichen Umgestaltungen und einer qualitativen Angebotsvielfalt zu unterstützen.
Die ressorübergreifende Arbeit an dem vom Senat beschlossenen Leitbild der Stadtentwicklung „Bremen '20: Komm mit nach Morgen“ (mehr dazu hier: Leitbild Bremen '20) soll intensiviert werden und der entsprechende Mitteleinsatz der beteiligten Ressorts stärker koordiniert werden.
Der Flächennutzungsplan nebst Landschaftsprogramm für die Stadt Bremen muss rasch und bürgernah neu aufgestellt werden.
