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Die Gesellschaft wird zunehmend älter – auch in Bremen. Dieser demografische Wandel stellt Land und Kommunen vor neue Herausforderungen. Das reicht von mehr Barrierefreiheit und neuen Wohnformen über die Verbesserung ambulanter Angebote bis zu einem modernen Heimrecht. Wir wollen den demografischen Wandel so gestalten, dass Bremen auch für alte Menschen eine hohe Lebensqualität bietet.
Nicht alle alten Menschen sind krank oder pflegebedürftig. Die meisten haben nach Beendigung ihrer Erwerbstätigkeit noch viele Jahre aktiven und ausgefüllten Lebens vor sich. Die Gesellschaft kann auf ihre Erfahrungen und Qualifikationen nicht verzichten. Wir schätzen und unterstützen das vielfältige ehrenamtliche Engagement älterer Menschen.
![Altenpolitik [Quelle: photocase.de] Altenpolitik [Quelle: photocase.de]](../../../media/81/81193.altenpolitik_quelle_photocase_de.jpg)
Wir unterstützen neue Wohnformen wie Altenwohngemeinschaften und Mehrgenerationen-Wohnprojekte. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Ältere Menschen stellen zunehmend spezifische Ansprüche an ein selbstständiges Wohnen im Alter. In gemeinschaftlichen Wohnprojekten leben je nach Konzept ältere und auch jüngere Menschen zusammen in Miet- oder Eigentumswohnungen, in einem Haus oder einer Wohnanlage. Mehrgenerationenwohnen ermöglicht so ein Miteinander unterschiedlicher Lebensformen. Noch handelt es sich oft um Initiativen von Privatpersonen, die gemeinschaftliche Wohnprojekte initiieren. Doch auch die Kommune kann sich dem Trend zu neuen Wohnformen nicht verschließen. Sie hat aus grüner Sicht nicht nur die Aufgabe, über neue Konzepte zu informieren, sondern sie sollte bei allen Stadtplanungsprozessen auch das Gemeinschaftswohnen mitdenken sowie Anreize für barrierefreies Bauen und für ein barrierefreies Wohnumfeld geben.
Die Gruppe der älteren Menschen ist auch ein immer wichtiger werdender Wirtschaftsfaktor. Die Entwicklung altersgerechter Produkte und Dienstleistungen bietet Entwicklungschancen für Betriebe. Auch der kleine und mittelständische Einzelhandel in den Stadtteilen wird gestärkt, denn alte Menschen kaufen in der Nähe ihrer Wohnungen ein. Sie benötigen zunehmend haushaltsnahe und Gesundheitsdienstleistungen und tragen somit zur Festigung und zum Ausbau der entsprechenden örtlichen Angebote und der dort angesiedelten Arbeitsplätze bei.
Bei zunehmendem Unterstützungs- und Pflegebedarf steht bei uns die ambulante Hilfe im Vordergrund: Der Umzug ins Pflegeheim darf nach Ansicht der Grünen nur eine von mehreren Alternativen sein. Wir wollen die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung älterer Menschen in ihrem örtlichen und sozialen Umfeld so lange wie möglich sichern. Als einen wichtigen Baustein in einem aufeinander abgestimmten System ambulanter Hilfen haben wir in Bremen zwei unterschiedliche Modellprojekte mit präventiven Hausbesuchen gestartet. Diese Hausbesuche werden von Fachkräften durchgeführt und selbstverständlich nur dann, wenn die älteren Menschen dies wollen. So kann alten Menschen frühzeitig Unterstützung angeboten und erforderliche Hilfen vermittelt werden. Dabei geht es um alle Lebensbereiche, von der Gesundheitsvorsorge über die Vermittlung sozialer Kontakte oder ambulanter Hilfen bis hin zur Organisation von Unterstützung im Haushalt. Die präventiven Hausbesuche werden verstetigt.
Zentrale Punkte des neuen Wohn- und Betreuungsgesetzes sind für uns der VerbraucherInnenschutz und die Transparenz. Das bremische Gesetz soll überall dort Menschen schützen, wo durch eine Koppelung von Angeboten für Wohnraum und weiteren Dienstleistungen unter Umständen eine Vertragsgestaltung vorliegt, die die freie Entscheidung der Menschen einschränkt. Für HeimbewohnerInnen wollen wir nicht nur die Pflege-, sondern gerade auch die Lebensqualität sicherstellen. Wir wollen u.a. verbindlich regeln, über wie viel Fachpersonal ein Pflegeheim verfügen muss. Zudem müssen die Prüfberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen jährlich in einer auch für Nicht-Fachleute verständlichen Sprache veröffentlicht werden. Das macht die Einrichtungen vergleichbar und hilft bei der Heimauswahl. Die Einrichtungen müssen fortan die Beteiligung der BewohnerInnen gewährleisten und ein Beschwerdemanagement einführen. Zudem sollen sie sich in den Stadtteil einbinden.
Wir Grünen setzen uns mit einer Parlamentsinitiative für die bedarfsgerechte Versorgung mit Hospizplätzen ein, um den Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Bisher warten viele Menschen in Bremen und Bremerhaven vergeblich auf einen Hospizplatz. Der Senat soll nun mit den Krankenkassen über mehr Hospizplätze verhandeln. Zugleich soll er ein am demografischen Wandel orientiertes Konzept für die ambulante und stationäre Hospizpflege erarbeiten.
